# KI-Grundbegriffe — der Spickzettel ohne Fachchinesisch

Jeder KI-Artikel wirft mit Begriffen um sich: Token, Kontext, Temperature, RAG,
Halluzination. Für Einsteiger klingt das wie eine Fremdsprache — dabei steckt hinter jedem
Wort eine einfache Idee. Dieser Spickzettel erklärt die 15 wichtigsten Begriffe in je zwei
Sätzen, mit einem Alltagsbeispiel. Kein Vorwissen nötig, zum Ausdrucken und Danebenlegen.

Erstellt von der [FlowKI-Community](https://flowki-club.de). Bewusst vereinfacht — es geht
ums Verstehen, nicht um wissenschaftliche Präzision.

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## Die Grundlagen

**LLM (Large Language Model)**
Ein großes KI-Sprachmodell, trainiert auf riesigen Textmengen, um das jeweils
wahrscheinlichste nächste Wort vorherzusagen. ChatGPT, Claude und Gemini sind LLMs.
*Alltag: wie eine extrem belesene Autovervollständigung, die ganze Antworten schreibt.*

**Prompt**
Deine Eingabe an die KI — die Frage, Anweisung oder Aufgabe. Je klarer der Prompt, desto
besser die Antwort.
*Alltag: der Auftrag, den du einem sehr fähigen, aber wörtlich denkenden Assistenten gibst.*

**Token**
Die kleinste Verarbeitungseinheit eines LLM — meist ein Wortteil, nicht ein ganzes Wort.
Abrechnung und Längenlimits zählen in Tokens.
*Alltag: „Automatisierung" sind mehrere Tokens; als Faustregel gilt ~4 Zeichen = 1 Token.*

**Kontext (Context Window)**
Die Menge an Text, die das Modell auf einmal „im Kopf" behalten kann — Prompt plus Antwort
plus bisheriges Gespräch. Ist das Fenster voll, fällt Ältestes heraus.
*Alltag: der Schreibtisch — nur was draufpasst, kann die KI gerade berücksichtigen.*

## Wie die KI antwortet

**Temperature**
Ein Regler für Zufall/Kreativität. Niedrig (z.B. 0.2) = sachlich, vorhersehbar; hoch (z.B.
0.9) = kreativer, aber unberechenbarer.
*Alltag: wie viel Freiheit du der KI beim Formulieren lässt.*

**Halluzination**
Wenn die KI etwas selbstbewusst behauptet, das schlicht falsch oder erfunden ist. Ein LLM
„weiß" nichts — es erzeugt Plausibles, nicht garantiert Wahres.
*Alltag: der Grund, warum du wichtige Fakten immer gegenprüfen solltest.*

**System-Prompt**
Eine versteckte Grund-Anweisung, die der KI Rolle und Verhalten vorgibt, bevor du etwas
schreibst. Legt Ton, Grenzen und Aufgabe fest.
*Alltag: die Stellenbeschreibung, die der Assistent bekommt, bevor du in den Raum kommst.*

**Chain-of-Thought (Gedankenkette)**
Die KI löst eine Aufgabe Schritt für Schritt, statt sofort zu antworten — das verbessert
bei kniffligen Aufgaben die Trefferquote.
*Alltag: laut nachdenken statt raten.*

## Prompt-Techniken

**Zero-Shot**
Du stellst die Aufgabe ohne Beispiel und vertraust darauf, dass die KI sie versteht.
*Alltag: „Übersetze das ins Englische" — ohne Muster.*

**Few-Shot**
Du gibst ein paar Beispiele mit, an denen sich die KI orientiert. Erhöht die Genauigkeit
spürbar.
*Alltag: „Hier drei Beispiele, wie ich es haben will — jetzt mach den Rest genauso."*

**Kontextfenster füllen vs. RAG**
Passt dein Wissen in den Prompt, gib es direkt mit. Ist es zu viel/zu aktuell, nutzt man
RAG (nächster Punkt).

## Fortgeschrittene Begriffe (fürs Mitreden)

**RAG (Retrieval-Augmented Generation)**
Die KI holt sich zur Laufzeit passende Ausschnitte aus einer eigenen Wissensquelle und
antwortet damit. So kann sie über deine Dokumente reden, ohne darauf trainiert zu sein.
*Alltag: die KI schlägt vor dem Antworten kurz in deinem Handbuch nach.*

**Fine-Tuning**
Ein bestehendes Modell mit eigenen Daten nachtrainieren, damit es einen speziellen Stil
oder eine Aufgabe besser beherrscht. Aufwändiger als RAG, seltener nötig.
*Alltag: einen Allrounder zum Fachspezialisten weiterbilden.*

**Multimodal**
Ein Modell, das nicht nur Text, sondern auch Bilder, Audio oder Video verarbeiten kann.
*Alltag: du kannst ein Foto hochladen und Fragen dazu stellen.*

**Agent**
Eine KI, die nicht nur antwortet, sondern selbst Werkzeuge nutzt und mehrere Schritte
abarbeitet, bis ein Ziel erreicht ist.
*Alltag: nicht „sag mir wie", sondern „mach es" — mit Zugriff auf Werkzeuge.*

**Token-Limit / Rate-Limit**
Zwei Grenzen: wie viel Text auf einmal geht (Token-Limit) und wie viele Anfragen pro
Zeitraum erlaubt sind (Rate-Limit).
*Alltag: die KI sagt „zu lang" oder „zu schnell, bitte warten".*

## Die drei Merksätze

1. **Ein LLM weiß nichts — es schätzt.** Deshalb: wichtige Fakten prüfen.
2. **Klarer Prompt = bessere Antwort.** Kontext und Beispiele wirken Wunder.
3. **Gib nie Geheimes ein.** Passwörter, Kundendaten & Co. gehören nicht in fremde
   KI-Tools — siehe unsere [KI-Sicherheits-Checkliste für Einsteiger](/freebies/chatgpt-sicherheit).

Noch ein Begriff unklar? Frag in der [FlowKI-Community](https://flowki-club.de) — dumme
Fragen gibt es beim Einstieg nicht.
