# KI-Prompt-Grundmuster — das Rezeptbuch

Gute KI-Prompts sind keine Kunst, sondern Handwerk. Sie folgen wiederkehrenden Bausteinen, die du kombinierst wie Zutaten in einem Rezept. Dieses Rezeptbuch zeigt dir die wichtigsten Bausteine — von „Rolle geben" über „Format vorgeben" bis „Schritt für Schritt denken lassen" — jeweils mit einem kopierbaren Muster-Prompt, den du direkt nutzen kannst.

Erstellt von der [FlowKI-Community](https://flowki-club.de). Die Bausteine sind Allgemeingut der KI-Prompt-Praxis; die Erklärungen, Muster und Beispiele sind unser eigenes Material. Diese Muster sind zeitlos — sie funktionieren mit ChatGPT, Claude, Gemini und jedem anderen Textmodell.

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## Die Grundformel

Ein guter Prompt besteht aus bis zu sechs Bausteinen. Nicht jeder Prompt braucht alle, aber je klarer du sie kombinierst, desto zuverlässiger das Ergebnis:

1. **Rolle:** Wer soll die KI sein? (Experte, Anfänger, Coach, Kritiker)
2. **Kontext:** Wofür brauchst du das? (Ziel, Zielgruppe, Situation)
3. **Aufgabe:** Was soll konkret herauskommen? (Text, Liste, Analyse, Ideen)
4. **Format:** Wie soll die Antwort aussehen? (Stichpunkte, Tabelle, Absätze)
5. **Beispiele:** Zeig der KI, was du meinst (Few-Shot)
6. **Einschränkungen:** Was soll sie *nicht* tun? (kein Fachjargon, keine Erfindungen)

Je mehr Bausteine du mitgibst, desto weniger muss die KI raten — und desto weniger musst du korrigieren.

## Baustein 1: Rolle geben

Die KI passt ihren Ton und ihre Tiefe an die Rolle an, die du ihr gibst. Ein „erfahrener Steuerberater" antwortet anders als ein „geduldiger Erklärer für Anfänger".

**Wofür:** Ton und Expertise steuern.

**Prompt:** `Du bist [Rolle, z.B. „erfahrener Steuerberater für Selbstständige"]. Erkläre mir [Thema] so, dass ich als [Zielgruppe, z.B. „Freiberufler ohne Buchhaltungs-Vorkenntnisse"] es umsetzen kann. Nutze KEINE Fachbegriffe ohne Erklärung.`

> **Beispiel:** „Du bist ein erfahrener SEO-Spezialist. Erkläre mir, wie ich meine Blog-Artikel für Google optimiere, so dass ich als Anfänger ohne technisches Wissen sofort loslegen kann."

## Baustein 2: Kontext liefern

Ohne Kontext rät die KI, für wen und wofür sie schreibt. Mit Kontext bekommst du passende Antworten statt generische Ratschläge.

**Wofür:** Ziel, Zielgruppe und Rahmen klären.

**Prompt:** `Ich brauche [Ergebnis, z.B. „eine Produktbeschreibung"]. Zielgruppe: [wer liest es?]. Ziel: [was soll passieren?]. Kontext: [wichtige Rahmenbedingungen, z.B. „für einen Onlineshop, Tonfall locker, maximal 80 Wörter"].`

> **Beispiel:** „Ich brauche eine Produktbeschreibung für einen ergonomischen Bürostuhl. Zielgruppe: Selbstständige, die viel am Schreibtisch sitzen. Ziel: Kaufinteresse wecken. Tonfall locker, maximal 80 Wörter."

## Baustein 3: Format vorgeben

„Schreib mir was über X" liefert Fließtext. Wenn du eine Tabelle, Stichpunkte oder eine bestimmte Länge brauchst — sag es.

**Wofür:** Antwort-Struktur steuern.

**Prompt:** `Erstelle [Ergebnis] im folgenden Format: [Format, z.B. „Tabelle mit drei Spalten: Vorteil | Nachteil | Empfehlung"]. Länge: [Anzahl Wörter/Zeilen/Einträge]. Tonfall: [locker/sachlich/direkt].`

> **Beispiel:** „Erstelle eine Übersicht über die drei bekanntesten Projektmanagement-Tools im folgenden Format: Tabelle mit drei Spalten: Tool | Hauptvorteil | Für wen geeignet. Maximal 5 Zeilen. Tonfall: sachlich."

## Baustein 4: Few-Shot — Beispiele mitgeben

Zeig der KI ein oder zwei Beispiele dessen, was du willst. Sie lernt daraus Ton, Stil und Detailgrad — oft besser als durch lange Erklärungen. ([Mehr zu KI-Begriffen wie „Few-Shot"](/freebies/ki-grundbegriffe))

**Wofür:** Stil und Tiefe durch Beispiele zeigen statt beschreiben.

**Prompt:** `Schreibe [Ergebnis] im Stil der folgenden Beispiele. Beispiel 1: [dein Beispiel]. Beispiel 2: [dein Beispiel]. Aufgabe: [was du jetzt brauchst].`

> **Beispiel:** „Schreibe mir drei Produktbeschreibungen für Notizbücher im Stil der folgenden Beispiele. Beispiel 1: ‚Dieses Notizbuch hält, was du denkst — 200 Seiten, fadengebunden, liegt flach auf. Für alle, die beim Schreiben nicht kämpfen wollen.' Aufgabe: Beschreibe ein liniertes A5-Notizbuch, ein kariertes A4-Notizbuch und ein blanko Skizzenbuch."

## Baustein 5: Einschränkungen setzen

KI-Modelle erfinden manchmal Fakten, nutzen Fachjargon oder schreiben zu lang. Sag explizit, was du *nicht* willst.

**Wofür:** Unerwünschtes Verhalten verhindern.

**Prompt:** `[Aufgabe]. Wichtig: Erfinde KEINE Zahlen, Studien oder Statistiken. Nutze KEINE Fachbegriffe ohne Erklärung. Antworte auf Deutsch. Maximal [Anzahl] Wörter.`

> **Beispiel:** „Erkläre mir, wie Bitcoin funktioniert. Wichtig: Erfinde KEINE technischen Details. Nutze KEINE Fachbegriffe ohne Erklärung. Antworte auf Deutsch. Maximal 150 Wörter."

## Baustein 6: Schritt für Schritt denken lassen

Bei kniffligen Aufgaben (Rechnen, Logik, komplexe Analysen) antwortet die KI besser, wenn du sie aufforderst, ihre Gedanken zu zeigen.

**Wofür:** Komplexe Aufgaben zuverlässiger lösen.

**Prompt:** `[Aufgabe]. Gehe Schritt für Schritt vor und zeige mir deine Gedanken, bevor du die finale Antwort gibst.`

> **Beispiel:** „Ich habe 1.200 Euro Einnahmen im Monat, 800 Euro fixe Kosten und möchte 20% sparen. Wie viel bleibt mir zum Leben? Gehe Schritt für Schritt vor und zeige mir deine Gedanken."

## Baustein 7: Iterieren und nachschärfen

Selten ist die erste Antwort perfekt. Schärfe nach: „kürzer", „einfacher", „mit einem konkreten Beispiel", „ohne Fachbegriffe".

**Wofür:** Aus guten Antworten sehr gute machen.

**Beispiel-Folge-Prompts:**
- „Kürze das auf 50 Wörter."
- „Erkläre das für einen Zehnjährigen."
- „Füge ein konkretes Beispiel hinzu."
- „Schreibe es lockerer, weniger förmlich."

## Übersicht: Welcher Baustein wofür?

| Baustein | Wofür nutzen | Beispiel-Formulierung |
|---|---|---|
| **Rolle** | Ton und Expertise steuern | „Du bist erfahrener [Beruf]" |
| **Kontext** | Ziel, Zielgruppe, Rahmen klären | „Zielgruppe: [wer]. Ziel: [was]" |
| **Aufgabe** | Was konkret herauskommen soll | „Erstelle [Ergebnis]" |
| **Format** | Struktur vorgeben | „Im Format: [Tabelle/Liste/Absätze]" |
| **Beispiele** | Stil zeigen statt beschreiben | „Im Stil der folgenden Beispiele: …" |
| **Einschränkungen** | Unerwünschtes verhindern | „Erfinde KEINE Zahlen. Nutze KEINE Fachbegriffe." |
| **Schritt für Schritt** | Komplexe Aufgaben lösen | „Gehe Schritt für Schritt vor" |
| **Iterieren** | Nachschärfen | „Kürzer / einfacher / mit Beispiel" |

## Die drei häufigsten Prompt-Fehler

**1. Zu vage**
„Schreib was über Marketing" → die KI rät, was du meinst.
Besser: „Erkläre mir die drei wichtigsten Marketing-Kanäle für kleine Onlineshops (Google Ads, Instagram, E-Mail) in einer Tabelle mit Vorteil, Nachteil und Startkosten."

**2. Widersprüchlich**
„Erkläre es ausführlich, aber kurz" → die KI muss raten, was wichtiger ist.
Besser: „Erkläre es ausführlich genug, dass ich es umsetzen kann, aber maximal 200 Wörter."

**3. Alles auf einmal**
„Schreib mir einen Blogpost UND fünf Social-Media-Posts UND eine E-Mail UND …" → jede Aufgabe wird oberflächlich.
Besser: Eine Aufgabe pro Prompt. Dann iterieren.

## Nächste Schritte

Du willst mehr über KI-Grundbegriffe lernen? Lies [KI-Grundbegriffe für Einsteiger](/freebies/ki-grundbegriffe). Du weißt nicht, welches Tool für welche Aufgabe? Schau in den [KI-Tool-Kompass](/freebies/ki-tool-kompass).

Willst du deine Prompts testen und Feedback bekommen? In der [FlowKI-Community](https://flowki-club.de) schauen andere drüber, bevor du sie produktiv nutzt.
