TrickMo-Malware nutzt TON-Blockchain für versteckte Befehle
Sicherheitsforscher haben eine neue Variante der TrickMo Android-Banking-Malware identifiziert, die in Kampagnen gegen europäische Nutzer eingesetzt wird. Das Besondere: Der Schädling kommuniziert über The Open Network (TON) Blockchain – ein ungewöhnlicher Ansatz für Command-and-Control-Kommunikation (C2).
Warum TON für Cyberkriminelle interessant ist
Die Nutzung einer öffentlichen Blockchain als C2-Kanal ist strategisch sinnvoll aus Sicht der Angreifer. TON bietet dezentralisierte Infrastruktur ohne zentrale Ausfallpunkte, was die Takeover oder Blockade von C2-Servern durch Sicherheitsbehörden deutlich erschwert. Im Gegensatz zu klassischen Server-basierten Kommunikationskanälen können Blockchain-basierte Befehle schwerer zu unterbinden sein.
Neue Funktionen und erweiterte Fähigkeiten
Die aktuelle Variante von TrickMo verfügt über neue Commands, die es dem Angreifer ermöglichen, noch zielgerichteter vorzugehen. Das Malware-Familie ist bekannt dafür, Bankinformationen zu stehlen und Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Mit den neuen Funktionen dürften die kriminellen Operatoren noch flexibler auf Zielgeräte zugreifen können.
Geografischer Fokus: Europa im Visier
Die Kampagnen richten sich primär gegen Nutzer in Europa. Das deutet darauf hin, dass die Betreiber spezifische geografische und finanzielle Ziele verfolgen – möglicherweise europäische Banking-Systeme mit bekannten Sicherheitslücken.
Erkennungsherausforderungen
Die Blockchain-basierte Kommunikation stellt Sicherheitstools vor neue Herausforderungen. Während klassisches Malware-Tracking oft auf IP-Adressen und Domain-Reputationen setzt, sind Blockchain-Transaktionen transparenter, aber schwerer zu attributieren. Dies könnte erklären, warum dieser Ansatz für moderne Cyberkriminelle attraktiv wird.
Empfehlungen für Nutzer
Nutzer sollten Android-Apps nur aus dem Google Play Store installieren und regelmäßig nach Updates prüfen. Banking-Apps sollten ausschließlich direkt vom Finanzinstitut bezogen werden. Zwei-Faktor-Authentifizierung bleibt essenziell, auch wenn Malware versucht, diese zu umgehen.

