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OWASP LLM Top 10 — Checkliste (DE)

Die zentrale Referenz für LLM-Sicherheit — auf Deutsch als abhakbare Prüf-Checkliste. Für alle 10 Risiken der OWASP-Ausgabe 2025: verständliche Erklärung, konkrete Prüfpunkte und das typische Warnsignal. Defensiv, praxisnah, kostenlos.

Eine praktische Checkliste zum Absichern von LLM-Anwendungen, basierend auf den OWASP Top 10 for Large Language Model Applications (Version 2025).

Für wen ist diese Checkliste?

Entwickler, DevOps-Engineers, Sicherheitsverantwortliche und Produktverantwortliche, die LLM-basierte Anwendungen bauen oder betreiben — ob Chat-Interface, AI-Agent, RAG-System, Code-Generierung oder Content-Automation.

Was ist das OWASP LLM Top 10?

Das Open Worldwide Application Security Project (OWASP) hat 2023 erstmals eine Top-10-Liste der häufigsten und kritischsten Sicherheitsrisiken bei Large-Language-Model-Anwendungen veröffentlicht. Diese Checkliste orientiert sich an der 2025er Ausgabe und ist eine kuratierte deutsche Aufbereitung — keine offizielle OWASP-Übersetzung.

Quellen:

Hinweis: Diese Checkliste dient als Orientierung. Sie ist keine Rechtsberatung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sicherheit erfordert kontinuierliche Überprüfung und Anpassung an den Einzelfall.


LLM01: Prompt Injection

Worum geht's:
Angreifer manipulieren die Eingaben (Prompts), um das LLM zu unerwünschtem Verhalten zu bewegen — z. B. System-Instruktionen zu überschreiben, sensible Daten zu extrahieren oder böswillige Befehle auszuführen. Prompt Injection ist das LLM-Äquivalent zu klassischer Code-Injection.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
Das LLM gibt vertrauliche System-Instruktionen preis, ignoriert Policy-Vorgaben oder führt unerwartete Aktionen aus.


LLM02: Sensitive Information Disclosure

Worum geht's:
Das LLM gibt sensible Informationen in seinen Antworten preis — z. B. Trainingsdaten, API-Keys, interne Dokumente, personenbezogene Daten oder vertrauliche Business-Logik. Das kann passieren, wenn das Modell auf ungeeigneten Daten trainiert oder gefüttert wurde, oder wenn es durch geschickte Prompts dazu gebracht wird, sein Wissen offenzulegen.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
Ein User erhält in einer LLM-Antwort Informationen, auf die er keinen Zugriff haben sollte — z. B. fremde E-Mails, interne Dokumente oder API-Credentials.


LLM03: Supply Chain

Worum geht's:
Die Lieferkette von LLM-Anwendungen umfasst Pre-Trained Models, Plugins, Training-Daten, Vektor-Datenbanken, externe APIs und Frameworks. Kompromittierte oder manipulierte Komponenten in dieser Kette können die gesamte Anwendung gefährden — z. B. durch Backdoors in Modellen, vergiftete Trainingsdaten oder unsichere Third-Party-Plugins.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
Ein plötzlich auftretendes, unerklärliches Verhalten des Systems oder Hinweise auf kompromittierte Abhängigkeiten in Security-Advisories.


LLM04: Data and Model Poisoning

Worum geht's:
Angreifer manipulieren Trainingsdaten, Fine-Tuning-Datensätze oder Retrieval-Quellen (RAG), um das Verhalten des Modells gezielt zu beeinflussen — z. B. Bias einzuschleusen, Backdoors zu installieren oder fehlerhafte Antworten zu provozieren. Model Poisoning ist besonders kritisch, weil es schwer zu erkennen und rückgängig zu machen ist.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
Das Modell liefert plötzlich tendenziöse, fehlerhafte oder schädliche Antworten in bestimmten Kontexten, ohne dass sich der Code geändert hat.


LLM05: Improper Output Handling

Worum geht's:
LLM-Antworten werden ohne ausreichende Validierung direkt an nachgelagerte Systeme weitergegeben — z. B. in eine Datenbank geschrieben, in eine Shell ausgeführt oder in eine Webseite gerendert. Das öffnet klassische Injection-Angriffe (SQL-Injection, Command-Injection, XSS) über den Umweg des LLMs.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
Ein Angreifer kann über geschickte Prompts SQL-Befehle, Shell-Commands oder JavaScript-Code in das System einschleusen und ausführen lassen.


LLM06: Excessive Agency

Worum geht's:
Das LLM erhält zu weitreichende Rechte oder Zugriff auf kritische Funktionen — z. B. Datenbankschreibzugriff, API-Aufrufe, Dateisystemoperationen — ohne ausreichende Kontrolle. Ein kompromittiertes oder durch Prompt-Injection fehlgeleitetes LLM kann dann großen Schaden anrichten.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
Das LLM führt unbeabsichtigte oder schädliche Aktionen aus, weil es dazu die Berechtigung hatte — z. B. löscht Daten, tätigt unerwünschte Käufe oder ruft teure APIs auf.


LLM07: System Prompt Leakage

Worum geht's:
Der System-Prompt (die Instruktionen, die das Verhalten des LLMs steuern) wird durch geschickte User-Anfragen offengelegt. Das ist problematisch, weil der System-Prompt oft vertrauliche Geschäftslogik, interne Policies oder Sicherheitsregeln enthält — und weil Kenntnis des Prompts es leichter macht, ihn zu umgehen.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
User erhalten in LLM-Antworten Hinweise auf interne Instruktionen oder können durch iterative Prompts den vollständigen System-Prompt rekonstruieren.


LLM08: Vector and Embedding Weaknesses

Worum geht's:
RAG-Systeme (Retrieval-Augmented Generation) nutzen Vektor-Datenbanken, um relevante Dokumente zu finden. Schwachstellen entstehen durch unzureichende Zugriffskontrolle, manipulierte Embeddings oder falsche Relevanz-Berechnungen — Angreifer können dadurch auf fremde Dokumente zugreifen oder das System mit irrelevanten oder schädlichen Informationen füttern.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
User erhalten in RAG-Antworten Dokumente, die nichts mit ihrer Anfrage zu tun haben oder auf die sie keinen Zugriff haben sollten.


LLM09: Misinformation

Worum geht's:
LLMs neigen zu Halluzinationen — sie generieren plausibel klingende, aber faktisch falsche Informationen. In sicherheitskritischen, medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Kontexten kann das schwerwiegende Folgen haben. Misinformation ist ein inhärentes Modell-Risiko, das durch Architektur und Prozesse gemindert werden muss.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
Das LLM liefert selbstbewusst präsentierte Antworten, die sich bei Überprüfung als komplett falsch herausstellen — und das wiederholt in bestimmten Fachgebieten.


LLM10: Unbounded Consumption

Worum geht's:
LLM-Anfragen können extrem ressourcenintensiv sein — lange Eingaben, viele Function-Calls, teure Embedding-Operationen. Ohne Limits kann ein Angreifer (oder ein Bug) die Infrastruktur lahmlegen, hohe API-Kosten verursachen oder andere User blockieren. Das ist LLM-spezifisches Denial-of-Service-Risiko.

Prüfpunkte

Typisches Warnsignal:
Plötzlich explodierende Cloud-Kosten, langsame oder ausfallende Responses oder Berichte von Nutzern, die das System nicht mehr nutzen können.


Weiterführende Ressourcen

Diese Checkliste deckt die 10 wichtigsten Risiken ab — für die Umsetzung in der Praxis empfehlen wir die folgenden FlowKI-Freebies als Ergänzung:


Letzte Aktualisierung: 2026-08-03
Quelle: OWASP Top 10 for Large Language Model Applications (2025)
Lizenz: Frei verwendbar für nicht-kommerzielle und kommerzielle Zwecke
Haftungsausschluss: Keine Rechtsberatung. Keine Garantie für Vollständigkeit oder Richtigkeit.

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