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KI-Use-Cases priorisieren: Wo anfangen?

Die häufigste Frage im Mittelstand ist nicht „ob KI“, sondern „womit anfangen“. Wer alles gleichzeitig will, verzettelt sich. Dieses Canvas filtert aus einer langen Wunschliste die zwei bis drei Anwendungsfälle heraus, die schnellen, sichtbaren Erfolg bringen — mit Nutzen-Aufwand-Raster und 4-Schritte-Anleitung.

Die häufigste Frage im Mittelstand lautet nicht „ob KI", sondern „womit anfangen". Wer alles gleichzeitig will, verzettelt sich — und der erste gescheiterte Versuch verbrennt die Motivation im Team. Dieses Canvas hilft, aus einer langen Wunschliste die zwei bis drei Anwendungsfälle herauszufiltern, die schnellen, sichtbaren Erfolg bringen.

Erstellt von der FlowKI-Community. Ein Denk-Werkzeug, kein Software-Tool — du brauchst nur Stift, Papier (oder eine Tabelle) und 60 Minuten.


Das Prinzip: Nutzen gegen Aufwand

Jeder Anwendungsfall wird auf zwei Achsen bewertet: wie viel er bringt (Nutzen) und wie schwer er umzusetzen ist (Aufwand). Daraus ergeben sich vier Felder:

Wenig Aufwand Viel Aufwand
Viel Nutzen 🟢 Sofort starten (Quick Wins) 🟡 Planen (Leuchtturm-Projekte)
Wenig Nutzen Nebenbei (wenn Zeit übrig) 🔴 Lassen (Zeitverschwendung)

Die Reihenfolge ist klar: erst die Quick Wins (oben links), sie schaffen Vertrauen und schnelle Erfolge. Dann ein bis zwei Leuchtturm-Projekte (oben rechts) mit richtiger Planung. Das rote Feld ignorierst du bewusst.

Schritt 1 — Anwendungsfälle sammeln (15 Min)

Schreib alles auf, wo im Betrieb wiederkehrende, textlastige oder repetitive Arbeit anfällt. Typische Kandidaten:

Schritt 2 — Nutzen bewerten (1–5 Punkte)

Für jeden Fall: Wie viel Zeit/Geld spart er, wie oft fällt die Aufgabe an, wie sehr nervt sie das Team? Grobe Schätzung reicht.

Punkte Nutzen
5 spart täglich viel Zeit, betrifft viele
3 spürbare Entlastung, regelmäßig
1 nice-to-have, selten

Schritt 3 — Aufwand bewerten (1–5 Punkte)

Wie schwer ist die Umsetzung? Denk an Datenzugang, Datenschutz, nötige Integration, Risiko bei Fehlern.

Punkte Aufwand
1 Standard-Tool, kein sensibler Datenzugriff, geringes Risiko
3 etwas Einrichtung, mittlere Datenschutz-Fragen
5 tiefe Integration, sensible Daten, hohes Fehlerrisiko

Schritt 4 — Einordnen und entscheiden

Trag jeden Fall ins Vier-Felder-Raster ein (hoher Nutzen + niedriger Aufwand = Quick Win). Dann gilt:

Die drei häufigsten Fehler bei der Priorisierung

  1. Zu viel auf einmal. Drei parallele KI-Projekte scheitern zuverlässiger als eines, das durchgezogen wird.
  2. Das schwerste zuerst. Das ambitionierteste Projekt fühlt sich wichtig an, ist aber der schlechteste Startpunkt — ohne frühen Erfolg fehlt der Rückhalt.
  3. Datenschutz nachgelagert. Ein Quick Win, der an der DSGVO scheitert, ist kein Quick Win. Aufwand-Bewertung ehrlich machen — siehe unsere EU-AI-Act & DSGVO-Checkliste.

Der erste Schritt nach der Priorisierung

Steht dein erster Quick Win fest, hilft die Frage: reicht ein einzelner KI-Aufruf, oder braucht es einen Workflow oder gar einen Agenten? Das klärt unser KI-Architektur-Entscheidungsbaum.

Unsicher bei der Bewertung? In der FlowKI-Community teilen andere KMU, welche Quick Wins bei ihnen wirklich funktioniert haben.

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