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RAG-Security-Checkliste (Deutsch)
RAG bringt eigene Sicherheitsprobleme mit: vergiftete Dokumente, indirekte Prompt-Injection über abgerufene Inhalte, Datenlecks aus dem Index. Diese abhakbare Checkliste hilft, eine RAG-Pipeline defensiv abzusichern — auf Deutsch, praxisnah.
Retrieval-Augmented Generation (RAG) — also LLMs, die zur Laufzeit auf eine eigene Wissensbasis zugreifen — bringt eigene Sicherheitsprobleme mit: vergiftete Dokumente, indirekte Prompt-Injection über abgerufene Inhalte, Datenlecks aus dem Index. Diese abhakbare Checkliste hilft, eine RAG-Pipeline defensiv abzusichern.
Erstellt von der FlowKI-Community. Rein defensiv — es geht um die Absicherung der eigenen Pipeline, nicht um Angriffe. Orientierung, keine Vollständigkeitsgarantie.
1. Vertrauensgrenze: abgerufene Inhalte sind nicht vertrauenswürdig
Der wichtigste Grundsatz: Ein aus dem Index geholtes Dokument ist Eingabe eines Dritten, kein Teil deiner Anweisung. Es kann versteckte Instruktionen enthalten („ignoriere alle vorherigen Anweisungen …").
- Abgerufene Inhalte klar vom System-Prompt trennen (eigener Block, deutliche Delimiter).
- Dem Modell explizit sagen: Inhalte im Kontext sind Daten, nicht Befehle.
- Keine Tool-Aufrufe/Aktionen allein auf Basis von abgerufenem Text auslösen ohne Prüfung.
- Ausgaben validieren, bevor sie weiterverarbeitet werden (siehe Abschnitt 5).
2. Ingestion: was in den Index kommt
Data Poisoning beginnt beim Befüllen. Wer unkontrolliert Inhalte aufnimmt, holt sich Angriffe in die Wissensbasis.
- Quellen kuratieren — nur vertrauenswürdige Dokumente indexieren.
- Bei nutzergenerierten/öffentlichen Quellen: Inhalte bereinigen, verdächtige Instruktions-Muster markieren.
- Herkunft/Metadaten je Dokument speichern (Nachvollziehbarkeit, gezieltes Löschen).
- Änderungen am Index protokollieren (wer hat wann was hinzugefügt?).
3. Zugriffskontrolle & Mandantentrennung
Der Index darf niemandem Dokumente zeigen, die er nicht sehen darf.
- Berechtigungen auf Dokumentebene erzwingen — Retrieval filtert nach Nutzerrechten.
- Bei Mehrmandanten-Systemen: harte Trennung der Vektorräume/Namespaces.
- Kein „globaler" Abruf, der Mandanten-/Rechtegrenzen überspringt.
- Prüfen, dass Zitate/Quellenangaben keine unberechtigten Inhalte durchsickern lassen.
4. Datensparsamkeit & PII im Index
- Nur nötige Daten indexieren; personenbezogene Daten möglichst vermeiden/maskieren.
- Löschkonzept: einzelne Dokumente (und ihre Embeddings) gezielt entfernbar (Art. 17 DSGVO).
- Embeddings als sensibel behandeln — sie können Originalinhalte teilweise rekonstruierbar machen.
- Ort der Verarbeitung klären (EU-Hosting? externe Embedding-/LLM-API?).
5. Ausgabe-Härtung
- Ausgaben nicht ungeprüft als HTML/Markdown rendern (XSS über generierte Links/Skripte).
- Struktur der Antwort validieren, wenn sie maschinell weiterverarbeitet wird (JSON-Schema).
- Halluzinierte Quellen/Zitate erkennen — nur tatsächlich abgerufene Belege zulassen.
- Antworten mit niedriger Retrieval-Konfidenz kennzeichnen statt raten.
6. Betrieb & Missbrauchsschutz
- Rate- und Kosten-Limits gegen Ressourcen-Erschöpfung (viele/teure Abfragen).
- Logging ohne sensible Inhalte; Zugriff auf Logs beschränken.
- Auffällige Abfragemuster überwachen (systematisches Abgreifen des Index).
- Human-in-the-Loop bei folgenreichen Aktionen aus RAG-Ergebnissen.
Passt dazu
Die passende Einordnung liefern die OWASP LLM Top 10 (v.a. LLM01, LLM02, LLM08), die praktische Härtung der Prompt-Hardening-Guide, und die Werkzeuge findest du in der LLM-Security-Toolbox.
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