Einstieg · Business mit KI
KI im Unternehmen einsetzen: so fängst du an
Der Einstieg gelingt mit einer einzigen Aufgabe, nicht mit einer Strategie. Wähle etwas, das jede Woche gleich abläuft, kläre vorher, welche Daten ins Werkzeug gelangen, und erweitere erst, wenn die erste Aufgabe im Alltag zuverlässig läuft. Diese Seite führt in fünf Schritten durch den Anfang und verweist auf die ausführlichen Anleitungen im Magazin.
Fünf Schritte in sinnvoller Reihenfolge
1. Eine wiederkehrende Aufgabe auswählen
Nicht mit einer KI-Strategie anfangen, sondern mit einer Aufgabe, die jede Woche gleich abläuft und viel Text bewegt: E-Mails vorsortieren, Angebotstexte entwerfen, Besprechungsnotizen zusammenfassen, Produkttexte formulieren. Gut geeignet ist, was ein Mensch danach schnell prüfen kann.
Realistische Einsatzfelder im Mittelstand →2. Klären, welche Daten hineinsollen
Bevor ein Werkzeug gekauft wird: Landen Kundendaten, Bewerberdaten oder Betriebsgeheimnisse im Tool? Wenn ja, braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28 DSGVO) mit dem Anbieter und eine Prüfung, wo die Daten verarbeitet werden. Besondere Datenkategorien wie Gesundheitsdaten gehören nicht in einen beliebigen Chatdienst.
DSGVO-Checkliste für KI-Chatbots →3. Das Werkzeug passend zu den Daten wählen
Für normale Bürotexte genügt oft ein Team-Tarif eines großen Anbieters mit Auftragsverarbeitungsvertrag. Müssen Daten in der EU bleiben, kommen Tarife mit EU-Datenresidenz oder europäische Anbieter in Frage. Dürfen sie das Haus gar nicht verlassen, bleiben lokale Modelle auf eigener Hardware.
ChatGPT-Alternativen mit Blick auf die DSGVO →4. Regeln aufschreiben und das Team schulen
Eine Seite genügt: welche Tools erlaubt sind, welche Daten nicht hineingehören, dass Ergebnisse vor dem Versand geprüft werden. Seit dem 2. Februar 2025 verlangt der EU AI Act (Art. 4) außerdem, dass Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten sorgen.
ChatGPT im Team: Preis, AVV und Grenzen →5. Erst dann automatisieren
Wenn eine Aufgabe von Hand mit KI zuverlässig klappt, lohnt der nächste Schritt: Abläufe verbinden, etwa eine eingehende Anfrage automatisch zusammenfassen und als Entwurf ablegen. Werkzeuge dafür sind n8n, Make oder Zapier; sie unterscheiden sich vor allem bei Hosting, Preis und Datenschutz.
n8n, Make oder Zapier im Vergleich →
Drei typische Fehler am Anfang
Lizenzen kaufen, bevor die Daten geklärt sind
Stellt sich danach heraus, dass Daten in der EU bleiben müssen, passt der gekaufte Tarif womöglich nicht. Die Reihenfolge Daten → Werkzeug spart diesen Umweg.
Ergebnisse ungeprüft verschicken
Sprachmodelle formulieren auch falsche Angaben überzeugend. Angebote, Preise, Rechtsauskünfte und Zahlen gehören vor dem Versand in menschliche Hände.
Zu viel auf einmal
Fünf halbfertige Pilotprojekte bringen weniger als eine Aufgabe, die im Alltag wirklich läuft. Erst wenn die erste sitzt, kommt die nächste dran.
Das ersetzt keine Rechtsberatung. Ob ein konkreter Einsatz zulässig ist, hängt von den verarbeiteten Daten und der Branche ab.
Häufige Fragen
Wie fange ich ohne Vorkenntnisse mit KI im Unternehmen an?
Mit einer einzigen wiederkehrenden Aufgabe, nicht mit einer Strategie. Vorher klären, welche Daten in das Werkzeug gelangen und ob es dafür einen Auftragsverarbeitungsvertrag gibt. Erst wenn die erste Aufgabe zuverlässig läuft, lohnt die nächste.
Brauche ich für KI im Unternehmen einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
Wenn der Anbieter personenbezogene Daten in deinem Auftrag verarbeitet, ja (Art. 28 DSGVO). Entscheidend ist, welche Daten tatsächlich hineingelangen. Werden nur eigene, nicht personenbezogene Texte bearbeitet, sieht die Lage anders aus — prüfen muss man es trotzdem.
Muss ich mein Team zum Thema KI schulen?
Der EU AI Act verpflichtet seit dem 2. Februar 2025 Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, für ausreichende KI-Kompetenz der Beschäftigten zu sorgen (Art. 4). Eine bestimmte Form der Schulung schreibt er nicht vor. Praktisch heißt das: Regeln aufschreiben, erklären und dokumentieren.
Welches KI-Tool eignet sich für kleine Unternehmen?
Das hängt weniger vom Funktionsumfang als von den Daten ab. Für allgemeine Bürotexte reicht oft ein Team-Tarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag; müssen Daten in der EU bleiben oder das Haus gar nicht verlassen, kommen EU-Tarife, europäische Anbieter oder lokale Modelle in Frage.
Was kostet der Einstieg?
Team-Tarife der großen Anbieter werden pro Nutzer und Monat abgerechnet; die aktuellen Preise stehen auf den Preisseiten der Anbieter. Der größere Posten ist meist die Zeit, um Aufgaben auszuwählen, Regeln festzulegen und Ergebnisse zu prüfen.
Quellen
- Verordnung (EU) 2024/1689 (AI Act) ↗ — Art. 4 KI-Kompetenz, anwendbar seit 2. Februar 2025
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO) ↗ — Art. 28 Auftragsverarbeitung
- EDPB: Verantwortlicher oder Auftragsverarbeiter? ↗

